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Pressemitteilung vom 14. Januar 2021

Grüne in der Region begrüßen Gutachten zur Gäubahnanbindung

„Wir haben bislang keine vernünftige Anbindung der Gäubahn an den neuen

Stuttgarter Hauptbahnhof.“

Die grüne Fraktion im Verband Region Stuttgart begrüßt ausdrücklich, dass der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Herman zurzeit eine alternative Gäubahnanbindung bei Stuttgart 21 prüfen lässt. Zentrales Element ist dabei eine unterirdische Ergänzungsstation zum S21-Tiefbahnhof im Talkessel. „Die Gäubahnanbindung an den neuen Stuttgarter Hauptbahnhof ist ein bislang ungelöstes Problem“, betont der Fraktionsvorsitzende Prof. Dr. André Reichel. „Wir Regionsgrünen haben uns im September letzten Jahres für eine ergebnisoffene Prüfung aller auf dem Tisch liegenden Vorschläge zur Gäubahnanbindung ausgesprochen. Erst wenn alle Fakten bekannt sind, können die politischen Gremien entscheiden und hoffentlich die verkehrlich beste Lösung umsetzen.“

Neben der Ergänzungsstation des Landesverkehrsministeriums sind zwei weitere Vorschläge in der Debatte. Zum einen der neue 12 Kilometer lange Gäubahntunnel von Böblingen zum Flughafen, der von Steffen Bilger, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, favorisiert wird, zum anderen das sogenannte Synergiekonzept Filder plus der Verkehrsverbände VCD und Pro-Bahn. Hierbei soll die Gäubahn über die Bestandsstrecke im Stuttgarter Norden durch einen Kehrtunnel unter der Heilbronner Straße über die P-Option bei Stuttgart 21 in den Tiefbahnhof geführt werden. Die P-Option, eine Zuführung aus Richtung Feuerbach in den Bad Cannstatter Tunnel zum neuen Hauptbahnhof, sei sowieso zu realisieren, so Reichel, wenn die Zulaufstrecken aus dem Norden leistungsfähig ausgebaut werden sollen. Dieser Ausbau wird von allen Fraktionen im Verband Region Stuttgart befürwortet.

„Wir Regionsgrünen favorisieren das Synergiekonzept Filder Plus der Verkehrsverbände. Gleichwohl wollen wir auch wissen, wie die Ergänzungsstation und der neue Gäubahntunnel bewertet werden. Erst in einer Variantenabwägung können wir letztlich eine Entscheidung treffen.“ Reichel weist deswegen auch die Kritik des Vorsitzenden der Regionalversammlung, Thomas Bopp, an der Darstellung des Landesverkehrsministers zurück. „Wir haben bislang keine vernünftige Anbindung der Gäubahn an den neuen Stuttgarter Hauptbahnhof. Ab 2025 wird diese nach bisheriger Planung abgehängt, für die Fahrgäste werden umständliche Umstiege notwendig“, so Reichel. „Aus regionsgrüner Sicht ist die Kappung der Gäubahn wenn schon nicht zu verhindern, so doch wenigstens so kurz wie möglich zu halten. Dafür brauchen wir aber Alternativen.“

Die grüne Regionalfraktion erneuert ihre Forderung an Bund und Land vom September letzten Jahres, die in der Öffentlichkeit diskutierten Vorschläge zur Anbindung der Gäubahn an den neuen Hauptbahnhof – Gäubahntunnel Bundesverkehrsministerium, Synergiekonzept Filder plus der Verkehrsverbände VCD und ProBahn, Ergänzungsstation Landesverkehrsministerium – gemeinsam auf ihre Wirtschaftlichkeit zu untersuchen und in einem Variantenvergleich vorzustellen. Auf dieser Grundlage kann dann in diesem Jahr entschieden werden, mit welchem Vorschlag in die Realisierung gegangen werden soll. Dabei ist die Öffentlichkeit in geeigneter Weise einzubinden.